Wir befinden uns im Jahr 2020 n. Chr. Ganz Deutschland leidet unter schwindenden Absatzmärkten für Printmagazine und einem Schrumpfen der Verlagswelten…
Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Optimisten publiziertes Magazin zieht von Greifswald aus in die Welt und mischt den tot geglaubten Printmarkt zurzeit ordentlich auf. Wie es dazu kam, beschreibt Benjamin Fredrich in seinem Roman Die Redaktion, erschienen 2020 im KATAPULT-Verlag.
Inès Bayard – Scham
Inès Bayard ist mit Scham, erschienen 2020 im Zsolnay Verlag, ein Debütroman gelungen, der unter die Haut geht. Im wahrsten und im negativsten Sinne des Wortes. Er geht so tief unter die Haut, dass man sich als Leser:in innerlich windet, besudelt fühlt und bei jeder Seite die Frage stellt: Wie kann das sein?
Was passiert, erfahren wir bereits im Klappentext: Marie, die ein perfektes Leben führt und mit einem erfolgreichen Anwalt verheiratet ist, wird von ihrem Chef brutal vergewaltigt. Aus Angst und Scham sagt sie nichts, versucht die Fassade vom Schmutz zu befreien und in die Normalität ihres Alltags zurückzufinden.
Continue reading…Viren schreiben Geschichte
Seit fast einem Jahr leben wir nun schon mit einer Pandemie. In fast allen Ländern unserer Erde beherrscht ein unsichtbares Virus unser Leben.
Vergleiche, die im Zusammenhang mit COVID-19 oft gestellt werden, sind zum einen die Pest, an der im 14. Jahrhundert 25 Millionen und im 19. Jahrhundert über 10 Millionen Menschen verstarben. Zum anderen wird die Spanische Grippe genannt, die vor erst 100 Jahren nach dem Ersten Weltkrieg weltweit zwischen 27 und 50 Millionen Tote forderte. Etwa 500 Millionen Menschen sollen infiziert gewesen sein.
Weniger bekannte Pandemien sind die Asiatische Grippe im Jahr 1957, an der ca. 1 Million Menschen verstarben und die Hongkong-Grippe, zu deren Opfern im Jahr 1968 700.000 Menschen zählten. Dass diese Krankheitswellen nicht im kollektiven Gedächtnis verankert sind, mag an den vergleichsweisen geringen Fallzahlen liegen. Zudem war auch die Medienberichterstattung weniger schlagzeilengetrieben als unserer Tage.
Continue reading…Geschichte einer Familie – Geschichte eines Landes
Mit Francesca Melandris „Sangue giusto“ nach Italien
Francesca Melandri gelingt mit ihrem Roman „Sangue giusto“, erschienen 2017 bei Rizzoli Libri, weit mehr als ein Familienporträt. Sie zeichnet ein Bild Italiens des 20. Jahrhunderts, vor dessen Hintergrund die heutigen politischen Entwicklungen bitterer scheinen denn je. Wer sich die italienische Lektüre noch nicht zutraut: Die deutsche Übersetzung erschien 2018 unter dem Titel „Alle, außer mir“ im Wagenbach Verlag.
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